Der Verstand wählt genau aus an was er sich erinnern will

Jennifer Freyd, eine Professorin an der Universität von Oregon hat eine interessante Theorie von den psychologischen Prozessen entwickelt, die in das menschliche Gedächtnis einbezogen sind.

Sie glaubt, dass ein Unterdrückungs-/Dissoziationsmechanismus besteht, der Erinnerungen bestimmter Arten von Missbrauch unterdrückt und diese später nur durch eine Therapie der wieder gefundenen Erinnerungen entdeckt werden können.

Sie glaubt, dass schwer belastende Ereignisse oft bis ins Erwachsenenalter ständig erinnert werden. Dies ist der Fall bei sexueller Belästigung und Missbrauch. Aber die Erinnerungen an den sexuellen Missbrauch durch Eltern und andere Bezugspersonen werden oft unterdrückt.

Sie glaubt, dass der Grund für die unterschiedliche Behandlung dieser zwei Arten von sexuellem Missbrauch, durch das Gehirn, das Gefühl des Verrats im Geist des Kindes ist. Der Grund dafür ist die ständige Anwesenheit des Missbrauchenden bei dem durch die Eltern missbrauchten Kind. Jedes Mal, wenn es den Missbrauchenden sieht, versucht es den Missbrauch zu vergessen.

Vielleicht ist die Erinnerung unterdrückt und kann nur durch Hypnose oder ähnliche Methoden wieder gefunden werden.

Ihre Theorien finden breiten Zuspruch unter Erwachsenen, die glauben, dass sie lange unterdrückte Erinnerungen an den sexuellen Missbrauch durch ihre Eltern wieder gefunden haben. In der therapeutischen Gemeinschaft und bei anderen Gedächtnisforschern scheinen sie noch nicht breit akzeptiert zu sein.

Alles Gute,
Jan Kuonen