Vergessen oder erinnern: Wie entscheidet das Gehirn?

Erinnern oder vergessen: Wie Erinnerung funktioniert

Die Wissenschaftler sind heute der Ansicht, dass unsere Erinnerungen sich in einem isolierten Teil des Gehirns befinden, das als Hippocampus, oder auch “Wächter der Erinnerung” bezeichnet wird. Die Erinnerung wird darin in Form von elektrischen Impulsen, die von einem Neuron zum anderen übermittelt werden, und in Form von chemischen Signalen, die die Nervenzellen miteinander tauschen, gespeichert. Vergeslichkeit tritt an den Tag, wenn bei einer Information die Hippocampi entscheiden, dass es nicht  gespeichert werden soll. Jetzt wird es wirklich wichtig. Die wichtigste Funktion dieser Hippocampi ist zu bestimmen was es wert ist im Gedächtnis abgespeichert zu werden und was nicht.

Dafür gibt es viele Kriterien, aber vielleicht ist eines der wichtigsten Kriterien für die Hippocampi zu bestimmen, ob etwas basierend auf bestehenden Erinnerungen in unserem Gehirn relevant und “merkwürdig” ist.

Zusammen mit der Amygdala gibt der Hippocampus bestimmte Erinnerungen für die Langzeitspeicherung an den zerebralen Cortex (die Großhirnrinde) weiter. Die Amygdala scheint eine wichtige Rolle im Erinnern emotionaler Erfahrung zu spielen.

Die Untersuchungen lassen vermuten, dass Langzeiterinnerungen nicht an einem spezifischen Ort gespeichert werden, sondern als assoziative Bilder im gesamten Gehirn. Die aktuell besten Untersuchungen wurden durch Karl Pribram durchgeführt, der annimmt, dass das Gehirn als holografisches Instrument funktioniert und in der Lage ist, Bruchstücke von Information zu nehmen und aus diesen Gedächtnisfragmenten ein Ganzes zu konstruieren.

Der Effekt davon: Je mehr Verbindungen zu einer Information bestehen, desto wahrscheinlicher wird dein Hippocampus die Information als bedeutungsvoll bestimmen und sie abspeichern. Das bedeutet, dass viele Verbindungen zu deinen bestehenden Erinnerungen einen weiteren großen Vorteil haben. So werden sie weniger wahrscheinlich vergessen.

Wie sieht es mit der Vergesslichkeit aus und wie vergesse ich weniger?

Terrence Sejnowski vom Salk Institute for Biological Studies bestätigt, dass nach seinen neusten Forschungen das menschliche Gehirn mehrere Petabyte Daten (mindestens 1 Petabyte) aufnehmen kann. Das ist locker der gesamte aktuelle Inhalt im Internet!

https://www.salk.edu/scientist/terrence-sejnowski/

Der Gehirnforscher Gerhard Roth meint dazu:

„Unsere Großhirnrinde als Sitz des bewusstseinsfähigen Gedächtnisses enthält eine halbe Trillionen Kontaktpunkte (Synapsen). Wir wissen, dass unser Gedächtnis in synaptischen Kopplungsstärken kodiert ist. Jede Synapse kann ca. 10 verschiedene Aktivitätsstufen annehmen. Also noch mal 10 mal eine halbe Trillionen. Und per Kombinatorik können Sie alles speichern – auch jedes Molekühl im Weltall. Unsere Gedächtnisleistungen sind im Prinzip völlig unbegrenzt.“

Wenn dein Gehirn also quasi unbegrenzte Speicherkapazität hat, dann stellt sich nur noch die Frage, wie du dieses gigantische Potenzial anzapfen kannst. Es gibt sehr wenige Menschen auf diesem Planeten, die dazu in der Lage sind ihr Gehirn voll auszuschöpfen, sogenannte Savants (franz. savoir = wissen). Sie können alles in ihrem Leben Wahrgenommene im Gehirn speichern und auch im Detail wiedergeben. Du sagst ihnen ein Datum und sie können dir den ganzen Tag genaustens rekapitulieren.

Warum scheint es aber als würden wir ständig Dinge vergessen? Forscher haben festgestellt, dass unser Gehirn aktiv Erinnerungen vergisst, um effizient und gesund zu bleiben. Auch im Schlaf werden einige Erinnerungen gestärkt, während andere, die als weniger wichtig erachtet werden, verloren gehen.

Das Gehirn ist ein regelrechter Energiefresser: Obwohl es beim Menschen nur zwei Prozent des Körpergewichts ausmacht, ist es für 20 Prozent des Energieverbrauchs verantwortlich. Denkprozesse im Gehirn nehmen allerdings sehr viel weniger Platz in Anspruch, als dies bisher vermutet wurde. Das fanden Wissenschaftler der Universität London und des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung in Frankfurt am Main heraus. Ohne diese entdeckte Sparsamkeit wäre der Verbrauch noch höher.

Aus diesem Grund ist das Vergessen ein großer evolutionärer Vorteil für uns, um das Gehirn effizient und gesund zu halten. Dinge zu vergessen ist so dermaßen wichtig, dass das Gehirn mehrere Mechanismen dafür nutzt, sei es wegen eines Traumas oder nur weil etwas nicht (mehr) nützlich ist.

Die Hippocampi sind ständig auf der Suche nach der Wichtigkeit einer Information. Sie helfen uns dabei, die unzähligen Reize und Informationen, die täglich auf uns einströmen, nach ihrer Relevanz zu sortieren. Und machen so das Leben nicht nur leichter, sondern auch lebenswerter.

Wenn du also viele Verbindungen zu einer Information schaffst, hast du einen weiteren großen Vorteil. Das macht es weniger wahrscheinlich, dass sie entfernt wird oder verschwindet.

Um dir dafür eine Metapher zu geben, möchte ich, dass du dir einen Baum vorstellst, mit vielen dicken Verästelungen. An allen Ästen sind viele Blätter dran, aber ein Ast kränkelt ein wenig und hat nur wenige Blätter dran. Stelle dir jetzt vor, dass momentan eine Dürreperiode herrscht und es in der Erde nur Wasser für einige dieser Äste hat, aber nicht für alle.

In welche Äste wir der Baum wohl eher das Wasser befördern? Welcher wird wohl eher vernachlässigt und vergessen werden? Richtig, der Ast, an dem nur wenige Blätter dran sind.

Das ist der Grund warum Erinnerungen an die Kindheit und Jugend besonders intensiv sind. In der Kindheit passiert Vieles zum ersten Mal und ist daher besonders aufregend und mit starken Emotionen verbunden. Und denk einmal an deine Adresse aus der Kindheit. Auch wenn du sie jahrelang nicht mehr benutzt hast, du wirst sie nie vergessen. Weil du ebenso viele Verbindungen, Geschichten und Erfahrungen rund um diese Information in deinem Gedächtnis hast, stellt dein Gehirn fest, dass es wichtig ist und lässt diese Information niemals untergehen.

Das zu wissen kann dir enorm helfen. Der Prozess des Turbolernens erfordert, dass du mehr Verbindungen zu den Informationen herstellst, die du lernen willst. Auf diese Weise ist dein Verstand gezwungen sich daran zu erinnern, als würdest du dich an alltägliche Informationen erinnern.

Wie lernen also Kinder? Sie nehmen beispielsweise einen Ball und spielen damit. Immer wieder lassen sie ihn auf den Boden fallen, sie schmeißen ihn herum, sie schauen ihn an, nehmen ihn in den Mund, und das alles während sie Verbindungen, ein Verständnis und eine Geschichte um diesen Spielball herum aufbauen. Sie lernen was es macht und wie es sich anfühlt. Schließlich lernen sie sich an den Klang zu erinnern und nennen es Ball.

Das ist auch der Grund, warum man Dinge niederschreiben oder irgendeine Art von Mnemonik nutzen sollte, sogar die grundlegendsten. Das ist selbstverständlich eine nützliche Taktik für das Lernen.

Du siehst, dass du neue Erinnerungen einfach in Form von Geschichten oder Sätzen erstellen kannst, wie zum Beispiel die Reihenfolge der Rechenoperatoren „Punkt vor Strich“.

Die Vergesslichkeit minimieren

Um die Vergesslichkeit bei bestimmten Informationen zu vermeiden, musst du unbedingt die oben genannten Punkte einhalten, und zusätzlich kommt noch Folgendes:

Wenn du eine neu gelernte Information im Laufe der Zeit nicht mehr verwendest oder abrufst, wird dein Gehirn alles dran setzen diese Information aus deinem Gedächtnis zu verdrängen. Tatsächlich gibt es ein Diagramm, das den Erinnerungsabbau über die Zeit zeigt.

Vergessenskurve zeigt Vergesslichkeit des Gehirns

Durch duale Kodierung und logische Merkmale, das Erlernen von verbundenen Informationen und das Verknüpfen deines Wissens, kannst du die Vergessenskurve minimieren und in einigen Fällen fast vollständig eliminieren.

Das Erlangen und Erhalten von Fähigkeiten oder von neuem Wissen erfordert Aktualisierung, um das Gelernte frischzuhalten. Egal wie sehr du dich bemüht hast deine Erinnerungen zu kodieren, du wirst eventuell das Wissen auffrischen und für dein Gehirn relevant halten müssen.

Du kannst das Wissen auf verschiedene Arten auffrischen, z. B. indem du deinen Freunden davon erzählst oder dein Wissen regelmäßig selbst überprüfst. Eine der ersten und wirkungsvollsten Methoden besteht jedoch in der Verwendung eines strukturierten Systems. Zum Glück gibt es heute Anwendungen wie Anki, die tatsächlich selbständig wissen wie schnell du Informationen vergisst.

Die Software nutzt die Lernmethode «verteilte Wiederholung» und basierend auf deiner Einschätzung, wie schwierig oder einfach etwas ist, wirst du in regelmäßigen Abständen an die Informationen erinnert, die du ohne solch leistungsfähiger Software wahrscheinlich vergessen würdest.

Möchtest du mehr?

Ein gutes Gedächtnis ist unerlässlich. Deine Fähigkeit, dich an Gesichter, Namen, Fakten, Informationen, Daten oder Ereignisse zu erinnern, und ihre Umstände bestimmen dein Leben. Dies umso mehr, als die heutige informationsintensive Gesellschaft uns in einen höllischen Rhythmus stürzt.

Mit einem guten Gedächtnis musst du dir keine Sorgen mehr machen, wichtige Dinge zu vergessen oder verwirrt zu sein, und du wirst viel mehr in kurzer Zeit lesen und dir merken können. Mit einem verbesserten Gedächtnis kannst du die mentale Barriere überwinden, die deine Karriere behindert, und endlich das Leben und das Privatleben geniessen, das du verdienst.

Denk immer dran, es ist eine Investition in deinen Lernerfolg, für deine erfolgreiche Zukunft, für dein besseres Leben. Jede Minute, die du damit verbringst, deine Lernfähigkeiten zu entwickeln, wird dir Hunderte von Minuten in deinem restlichen Leben einsparen. Das sind etliche Stunden, die du vorher damit verschwendet hast, dir langsam Dinge zu merken und durch wiederholtes Lesen versucht hast Informationen abzuspeichern, die dein Gedächtnis aber sehr schnell wieder vergessen hat.

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