Beobachtungslernen oder wie wichtig Lernen durch Beobachtung ist

Die Menschheit hat immer schon durch das Beobachten der anderen gelernt. Das ist wohl die verbreiteste Art des Lernens. Das zeigt sich bereits sehr deutlich im Kindesalter. Bei vielen Sachen genügt bereits eine einmalige Präsentation einer Handlung, um uns die Handlung zu merken. Lernen durch Beobachtung oder Beobachtungslernen ist eine der besten Arten sich komplexe Muster einzuprägen. Anstatt selber die gleichen Fehler, Versuche und Wiederholungen durchzuführen, die jemand anderes gemacht hat, können wir direkt von der Person profitieren und die richtige Reaktion kopieren.Beobachtungslernen

Das Fazit: Lernen Sie von den Besten und überlegen Sie sich immer bewusst: Was macht die Person, damit sie im jeweiligen Bereich gut ist? Scheuen Sie sich nicht davor die Person anzusprechen um bestimmtes Wissen im Gespräch herauszukitzeln.

Bandura führte 1963 hierzu Experimente durch:

Der Psychologe Albert Bandura begründete auf der Grundlage der Theorien von Hall (Psychologe) und Skinner (Soziologe) die „soziale Lerntheorie“. Dazu führte er bestimmte Experimente zum Beobachtungslernen durch. Unter verschiedenen Experimenten waren die Bobo-Doll-Experimente von grösserer Bedeutung:

Mehrere Kinder wurden in drei Gruppen aufgeteilt. Jeder Gruppe wurde jeweils eine Version eines Filmes gezeigt, in dem ein Mann sich aggressiv gegenüber einer Puppe verhält. Bei der ersten Version des Filmes wurde der Täter für sein agressives Verhalten belohnt. In der zweiten Version hingegen wurde der Erwachsene am Ende für sein Verhalten bestraft. Die letzte Kindergruppe bekam die dritte Variante vorgezeigt, bei der die Tat keinerlei Konsequenz nach sich zog.

Sofort nach dem Film bekamen alle Kinder genau dieselbe Puppe aus dem Film um damit zu spielen. Wie erwartet verhielten sich die Kinder der ersten und der dritten Gruppe sehr aggressiv. Nur die die Kinder der zweiten Gruppe verhielten sich insgesamt friedlich.

Die Kinder wurden anschliessend aufgefordert das Verhalten des gezeigten Filmes selber darzustellen. Ebenfalls wurde ihnen eine Belohnung versprochen. Nun verschwanden alle Unterschiede der gezeigten Aggressionen.

Dieses Experiment verdeutlicht sehr anschaulich, dass Verhaltensweisen allein durch das Beobachten erlernt werden. Dabei ist es also ganz egal ob wir etwas Gutes oder etwas Schlechtes lernen, jegliche Verhaltensweisen werden gespeichert.

  • Wie können wir daraus jetzt ein Modell entwickeln?
  • Und welches Modell hat den stärksten Einfluss?

Aus dem Experiment lernen wir, wenn ein Modell beliebt ist und vor allem als positiv wahrgenommen wird, hat es einen starken Einfluss. Wichtig hinzuzufügen ist folgende Tatsache, wenn der Beobachter Ähnlichkeiten zwischen sich und dem Modell wahrnimmt, ist der Lerneffekt noch besser.

Nach Bandura spielen hier vier voneinander abhängige Prozesse eine Rolle:

  1. Der Beobachter muss in erster Linie dem Modell Aufmerksamkeit schenken. Bestimmte Faktoren wie Attraktivität, Kompetenz, Status und soziale Macht des Modells spielen hier ebenso eine Rolle wie die (Persönlichkeits-)Merkmale des Beobachters.
  2. Der Beobachtende muss das Gesehene natürlich auch behalten können. Der Zusammenhang von Lernen und Gedächtnis wird hier klarer: Das Modellverhalten muss zeitweise sehr lange gespeichert werden, bis eine passende Gelegenheit zur Ausführung eintritt.
  3. Der Beobachter muss die Fähigkeit der „motorischen Reproduktion“ besitzen, um die Handlung ausführen zu können.
  4. Ob das gesehene Verhalten überhaupt ausgeführt wird, hängt wiederum von weiteren Faktoren wie beispielsweise den „motivationalen Prozessen“ des Beobachters ab.

Die Quelle dieses Artikels finden Sie auf:
http://sozialpsychologie.suite101.de/article.cfm/beobachtungslernen

1 KOMMENTAR

  1. Also: Seid Euren Kindern ein Vorbild und macht keine miesen Sachen vor ihren Augen!

    Guter Artikel.

    Grüße
    Dominik

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