IQ (Intelligenzquotient) und EQ (Emotionaler Quotient) + 3 Übungen für beide Gehirnhälften

Intelligenzquotient

Vielleicht haben Sie sich schon mal gefragt, was unter dem Begriff IQ eigentlich zu verstehen ist. Und dann gibt es da noch den EQ, das ist der Emotionale Quotient, von dem Sie gut möglich noch nie etwas gehört haben. In diesem Beitrag enthülle ich Ihnen das Zusammenspiel zwischen Intelligenzquotient, Emotionaler Quotient und der beiden Gehirnhälften.

Gemeinhin lässt sich das Gehirn in zwei Hirnhälften unterteilen. Die rechte Hirnhälfte ist demnach primär für Sprache, Musikalität, visuelles Denken, Körpersprache, Emotionen sowie für etwas zuständig, das viele Menschen als Intuition verstanden wissen möchten. Auch die Fähigkeit zur Improvisation sowie generell die Grundlage für ein ganzheitliches Denken sind vorwiegend in der rechten Hirnhälfte angesiedelt.

Die linke Hirnhälfte wird vielfach als Sitz mathematischer Fähigkeiten sowie als Quelle der Rationalität aufgefasst. Zudem finden sich in der linken Hirnhälfte die Verarbeitungszentren für Abstraktion und für analytische Fähigkeiten. Ebenso leistet die linke Hirnhälfte wertvolle Arbeit im Zusammenhang mit der Verarbeitung von Zahlen.

Die rechte Hirnhälfte ist mehr auf die Erkennung von Personen spezialisiert. Stark vereinfacht ausgedrückt lässt sich sagen, dass die linke Hirnhälfte eher einer digitalen Vorgehensweise entspricht, wogegen die rechte Hirnhälfte mehr analog arbeitet.

Eine andere, über längere Zeit als gültig anerkannte Klassifizierung sah so aus, dass die linke Hirnhälfte für verstandesmässig orientierte Menschen, und die rechte Hirnhälfte für gefühlsmässig ausgerichtete Menschen als massgeblich angesehen wurde.

Übersetzt in unsere eher neuzeitliche Sprache ist auch die Rede von einer Unterscheidung zwischen IQ (Intelligenzquotient) sowie EQ (Emotionaler Quotient), wobei der Begriff IQ überwiegend im Kontext mit der linken Hirnhälfte, und der Begriff EQ eher im Zusammenhang mit der rechten Hirnhälfte anzutreffen ist.

Eine derart – auf den ersten Blick – einfache Unterscheidung mag zwar dem Bedürfnis vieler Menschen entsprechen, komplexe Strukturen in möglichst überschaubare Modelle zu kleiden, verkennt aber leider völlig, dass die strukturellen Zusammenhänge erheblich komplexer sind, als es eine derart simple Klassifizierung suggerieren möchte.

Neuere Ergebnisse der Hirnforschung (etwa mit Beginn der 90er-Jahre des 20. Jahrhunderts) belegen aber vielmehr zweifelsfrei, dass sich gute und überdurchschnittliche Leistungen vor allem durch eine ebenso umfassende wie kluge Kombination aus linker und rechter Hirnhälfte erzielen lassen.

Eine über lange Zeit als gültig anerkannte, starre Trennung zwischen Verstand und Gefühl ist inzwischen vielfach klar widerlegt worden. Nahezu alle bisher dazu bekannten Fakten legen die Vermutung nahe, dass es erst durch eine intelligente Vernetzung der Fähigkeiten von linker und rechter Hirnhälfte möglich wird, überdurchschnittlich gute mentale Leistungen erzielen zu können. Von daher dürfen Sie einer leider oftmals mehr plakativ kommunizierten Unterscheidung zwischen „Verstandesmenschen“ und „Gefühlsmenschen“ eine klare Absage erteilen.

Kurz: das Eine ist ohne das Andere gar nicht denkbar.

Die folgenden Übungen, die überwiegend praktisch ausgelegt sind, können Ihnen dabei helfen Ihre rechte und linke Hirnhälfte dahingehend zu trainieren, dass die jeweiligen Teilfähigkeiten zunehmend optimaler aufeinander abgestimmt – sprich vernetzt – werden.

Für Ihren optimalen Trainingserfolg bedarf es nur weniger Vorbereitungen, so dass Sie viele der nachfolgend beschriebenen Übungen problemlos in Ihren Alltag integrieren können. Falls Sie die folgenden Übungen im häuslichen Umfeld durchführen möchten, wählen Sie einen Raum, in dem Sie ungestört sind. Der Raum sollte wohltemperiert, gut gelüftet und insgesamt mit einer nach Ihrem Empfinden angenehmen Atmosphäre versehen sein, in der Sie möglichst gut entspannen zu können glauben. Wählen Sie für Ihre Übungen entweder eine bequeme Liege, ein Bett oder ggf. einen bequemen Stuhl. Für den Fall, dass Sie es als angenehm empfinden, decken Sie sich bitte mit einer leichten Decke zu, so dass Ihr Körper nicht auskühlt.

 

Für die in einer Liegeposition auszuführenden Übungen gehen Sie bitte wie folgt vor:

a) Legen Sie sich – locker bekleidet – möglichst waagerecht hin. Der Kopf sollte dabei leicht erhöht auf einem flachen Kissen oder ggf. auf einem sog. Nackenhörnchen ruhen.

b) Legen Sie Ihre Arme bitte jeweils rechts und links neben Ihre Oberschenkel, und achten Sie darauf, dass Ihre Handinnenflächen in geöffneter Form in Richtung Decke (also nach oben) zeigen.

c) Achten Sie bitte darauf, dass Ihr gesamter Körper nicht verkrampft. Vielleicht hilft Ihnen ein kleines, lustiges Bild, indem Sie sich vorstellen, Sie lägen als „Wackelpudding“ in einer wabbeligen Masse, die sich völlig frei und ungebremst in alle Himmelsrichtungen zu bewegen vermag.

d) Atmen Sie ruhig und gleichmässig, und achten Sie dabei ganz bewusst auf Ihren Körper, wie er sich mit jedem Atemzug mehr und mehr entspannt.

e) Nachdem Sie etwa 15 – 20 Mal bewusst ein- und ausgeatmet haben, schliessen Sie bitte Ihre Augen. Wichtig dabei ist, dass Sie dies nicht in einem verkrampften Zustand tun, sondern ein eher sanftes Schliessen der Augen ist hier deutlich entspannender.

f) Versuchen Sie bitte nicht aufkommende Gedanken, die Sie ggf. als störend empfinden, „mit aller Macht“ zu unterdrücken, sondern lassen Sie es zu, dass es zunächst eines ebenso bewussten wir intensiven Trainings bedarf, Phasen wohltuender Entspannung herbeiführen zu können.

 

Für die in einer Sitzposition auszuführenden Übungen gehen Sie bitte wie folgt vor:

a) Setzen Sie sich bitte auf einen möglichst einfach gestalteten Stuhl (ohne Armlehnen). Ihr Rücken sollte dabei nicht angelehnt sein, und Ihre Unterarme sollten bei einer leicht nach vorn gebeugten Haltung auf der Vorderseite Ihrer Oberschenkel locker abgelegt werden.

b) Ihre Hände lassen Sie bitte – leicht aneinander gefaltet – locker nach unten hängen. Vielleicht stellen Sie sich bitte vor, Sie seien eine Marionette, die an unsichtbaren, aber zugleich haltbaren Fäden hängt, und die somit jede ihr zuzuordnende Bewegung ohne inneren Widerstand auszuführen in der Lage ist.

d) Atmen Sie ruhig und gleichmässig, und achten Sie dabei ganz bewusst auf Ihren Körper, wie er sich mit jedem Atemzug mehr und mehr entspannt.

e) Nachdem Sie etwa 15 – 20 Mal bewusst ein- und ausgeatmet haben, schliessen Sie bitte Ihre Augen. Wichtig dabei ist, dass Sie dies nicht in einem verkrampften Zustand tun, sondern ein eher sanftes Schliessen der Augen ist hier deutlich entspannender.

 

Und hier noch die letzten Hinweise, bevor wir zu den Übungen kommen:

Sowohl für Übungen in der Liegeposition, als auch für solche in der Sitzposition gilt, dass schon eine Trainingszeit von täglich nur fünf Minuten ausreicht, um perspektivisch gute Erfolge erzielen zu können. Optimalerweise reservieren Sie sich bitte täglich eine kleine „Auszeit“ von fünf Minuten (bei mehreren Übungen ein Vielfaches) zur Durchführung Ihres individuellen Entspannungsprogramms, das massgeblich Ihre Fähigkeiten zu beidseitigem Denken unterstützen kann.

Besonders empfehlenswert ist, dass Sie nach Möglichkeit immer zur gleichen Tageszeit trainieren sollten, so dass sich Ihr Körper und Ihr Gehirn an einen verlässlichen Rhythmus gewöhnen können, der Ihr Trainingsprogramm sinnvoll begleitet. Sämtliche Übungen beenden Sie bitte mit einem Befehl, der Sie jeweils wieder „in die Realität“ zurückholen soll, der da lautet: „Jetzt bitte intensiv und entspannt atmen“. Zugleich öffnen Sie behutsam wieder Ihre Augen, und sorgen dafür, dass sich Ihre Arm- und Handmuskulatur etwa fünf bis zehn Mal anspannt und entspannt.

 

Übung 1:

Stellen Sie sich bitte eine Wandtafel in einem Klassenzimmer vor. Lassen Sie nun – Buchstabe für Buchstabe – Ihren vollständigen Namen (Vorname und Nachname) vor Ihrem geistigen Auge auf dieser imaginären Wandtafel erscheinen. Achten Sie darauf, dass Sie die Buchstaben in Ihrer Vorstellung nicht vollständig, sondern als sich entwickelnde, grafische Symbole entstehen lassen (so, als ob Sie alle Linien und Ecken eines jeden Buchstabens Stück für Stück scannen müssten). Dass Ihnen dies zunächst ggf. Schwierigkeiten bereitet, ist völlig normal. Entscheidend bei dieser Übung ist, dass Sie nicht vorschnell aufgeben, weil Ihnen womöglich einzelne Buchstaben vor Ihrem geistigen Auge verschwimmen. Falls dies geschieht, beginnen Sie bitte mit Ruhe und Gelassenheit von vorn. Auch an dieser Stelle findet der oft zitierte Spruch „Übung macht den Meister“ eine neurologische Erklärung. Vereinfacht ausgedrückt: mittels intensiver Wiederholungsphasen zu lernender Abläufe werden die synaptischen Verbindungen zwischen Ihren Gehirnzellen systematisch verstärkt, so dass sich – anfangs kaum merklich, später dann deutlich sichtbar – die Fähigkeiten Ihrer linken und rechten Hirnhälften zunehmend besser miteinander vernetzen lassen. Ebenso sichtbare wie wünschenswerte Konsequenz wird sein, dass Sie das Leistungspotenzial Ihres Gehirns in einer Art und Weise werden nutzen können, die Ihnen bisher vermutlich noch verschlossen gewesen sein dürfte.

 

Übung 2

Nehmen Sie sich bitte einen beliebigen Gegenstand aus Ihrem häuslichen Umfeld zur Hand (z. B. einen Kugelschreiber, eine Gabel, ein Feuerzeug usw.). Versuchen Sie nun mit möglichst vielen Sinnen (Sehen, Hören, Tasten, Riechen, Schmecken) den Gegenstand bis ins Detail zu erfassen. Merken Sie sich so viele Eigenschaften wie möglich. Nun legen Sie den Gegenstand beiseite. Schliessen Sie Ihre Augen, und versuchen Sie nun den zuvor betrachteten Gegenstand so intensiv wie möglich vor Ihrem geistigen Auge „lebendig“ werden zu lassen. Bemühen Sie sich darum auch kleine Details bewusst in Ihrer Vorstellung entstehen zu lassen, so dass Sie schlussendlich kaum mehr unterscheiden können, ob Sie den betreffenden Gegenstand soeben real, oder nur in Ihrer Vorstellungswelt vor sich haben. Oftmals kann es für Trainierende sehr verblüffend sein, zu erleben, wie schnell sich mitunter „Realität“ und „Imagination“ vermischen. Genau das ist aber bei einer solchen Übung beabsichtigt.

 

Übung 3

Stellen Sie sich bitte vor, Ihr Sehsinn oder besser gesagt die Sehrinde Ihres Gehirns sei – ähnlich einer Digitalkamera – dazu in der Lage, hochauflösende Fotos herzustellen. Spontan mögen einige von Ihnen bei einer solchen Übung an sog. Savants denken (Menschen, die über ein eidetisches, sprich: fotografisches Gedächtnis verfügen). Leider lassen sich solche bemerkenswerten Fähigkeiten nicht durch ein Training erzielen, denn sie sind entweder angeboren, oder sie treten als Folge schwerer Hirnverletzungen auf. Die genauen Zusammenhänge, die solche Inselbegabungen ermöglichen, sind bisher noch nicht erschöpfend verstanden. Dennoch kann diese Übung insofern sehr hilfreich für Sie sein, weil sie Fähigkeiten beider Hirnhälften miteinander kombiniert, und somit zu einem besseren Gesamtergebnis führen kann. Richten Sie Ihre Augen auf ein „aufzunehmendes“ Bild. Bemühen Sie sich – bitte nicht krampfhaft – darum, möglichst viele Details wahrzunehmen.

Nach etwa 30 Sekunden (eine zugegeben lange Belichtungszeit) schliessen Sie Ihre Augen. Lassen Sie nun das zuvor „aufgenommene“ Bild möglichst detailliert vor Ihrem geistigen Auge entstehen. Je Übungsphase sollten Sie etwa drei verschiedene „Bilder“ auf diese Art und Weise „aufnehmen“ um sie anschliessend in Ihrer Vorstellungskraft auftauchen zu lassen.

Allen hier vorgestellten Übungen ist gemeinsam, dass sie durch ein Nutzen beider Hirnhälften optimal dazu beitragen, neue Vernetzungen zwischen rechter und linker Hirnhemisphäre anzuregen bzw. aufzubauen, um somit insgesamt eine Verbesserung Ihres geistigen Potenzials zu erreichen.
Bitte denken Sie daran, dass nur ein regelmässiges Trainieren entscheidend dazu beitragen kann Ihre geistigen Fähigkeiten zu optimieren.

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