Hast du Stress, dann lernst du schlecht!

Lernfrust und Lernunlust

Warum uns die Schule alles andere als für das Lernen fördert

Bei einer umfassenden Umfrage hat sich herausgestellt, dass 55% der Schüler den schulischen Alltag als belastend ansehen, ganze 24% empfinden die Schule als sehr belastend und stressig, lediglich 21% sehen den schulischen Alltag eher locker. Diese Zahlen sind erschreckend, obwohl die meisten Schüler keinen Grund hätten sich von der Schule belasten zu lassen. Oft fehlt es an geeigneter Lernstrategie. Ganze drei Viertel der Schüler sind unzufrieden mit dem der Schule.

Wieso ist das so?

Beklagenswerter Weise wird in kaum einer öffentlichen Schule das wohl wichtigste Fach gelehrt, das da heisst „Wie lernt man das Lernen“? Generationen von Schülerinnen und Schülern haben schon viel zu viel Zeit und Energie darauf ver(sch)wendet, Fakten und Zusammenhänge zu lernen, ohne dass auch nur ein(e) LehrerIn ihnen zuvor hinreichend gezeigt hätte, wie sich Lernprozesse sinnvoll, effektiv und Mut machend gestalten liessen. Stattdessen machen Lernende in unterschiedlichsten Situationen leider häufig eine ebenso frustrierende wie schlussendlich unnötige Erfahrung, die entscheidend daraus resultiert, dass entweder gar keine oder völlig unzureichende Lerntechniken angewandt wurde.

Treffen einige der folgenden Aussagen auf dich zu?

  • Die meisten Lehrer waren meiner Ansicht nach keine guten Lehrer
  • Die Schulaufgaben und der Lernstoff haben mich oft gestresst
  • Die Umgebung in den Klassenräumen war eher kahl und grau
  • Ich hatte oft Druck von Aussen um gute Noten zu machen
  • Ich konnte mit vielem Lernstoff nichts anfangen, weil ich darin den Sinn nicht sah
  • Fächer die mir gefielen waren zu kurz und zu wenig
  • Mussten Sie oft langweiligen Lehrern zuhören und danach ihre Fragen beantworten
  • Hatten Sie das Gefühl sehr an Anweisungen gefesselt zu sein

Wenn du bereits drei dieser Punkte zustimmst, dann bist du hier auf Lerntipp.com wirklich richtig gelandet. Denn all die obigen Punkte verhindern direkt erfolgreiches Lernen.

Menschen die ihre Schule mit Freude und Spass durchlebt haben, haben bewusst oder unbewusst gewisse Dinge von der Lernstrategie richtiggemacht.

Warum wir Menschen lernfaul sind

Neurobiologin Anna Katharina Braun hat einen Test mit Strauchratten gemacht. Sie untersuchte was frühkindlicher Stress bei den Jungtieren ausmacht.

Wenn man die Nervenzellen und die Synapsen – also der Aufbau im Verhältnis – aus dem Gehirn einer Ratte mit dem eines Menschen vergleicht, kann man die Erkenntnisse aus dem Strauchratten-Test gut auf den Menschen übertragen. Natürlich ist das menschliche Gehirn weitaus grösser und komplexer aber dennoch finden wir in diesen Ergebnissen viele wertvolle Tipps. Ja man kann sogar davon ausgehen, dass sich die Ergebnisse des Rattentests beim Menschen noch viel intensiver zeigen.

Nun zum Test: Anna Katharina’s Forscher haben einer Rattenfamilie deren Junge entzogen und sie je separat in einen Behälter gelegt. Dabei konnte man feststellen, dass sich die Jungen unterschiedlich verhalten. Eines geht neugierig umher bis es sich an einer Stelle entspannt und ein anderes geht verängstigt und apathisch wenige Schritte bis es in einer Ecke wie erstarrt.

Was aber passiert in den Gehirnen: Tatsächlich wurde festgestellt, dass die Gehirnaktivitäten besonders in den limbischen Regionen stark (bis 50%) gesunken sind. Also laufen die Gehirne während einer Stressperiode auf Sparflamme!

Über längere Zeit konnte festgestellt werden, dass sich die ganze Struktur des Gehirns verändert. Die synaptischen Verbindungen zwischen den Nervenzellen verringern sich und zwar genau da wo ansonsten die Informationen landen, wenn etwas Neues oder eine Emotion gespeichert wird. Ebenso werden weniger Topamin und Serotonin ausgeschüttet, diese Stoffe sind verantwortlich für unser Glücksgefühl und unser Wohlbefinden, also grundsätzlich sind es die Botenstoffe für Ihre Erfolgsgefühle welche wiederum Verantwortlich sind, dass Sie für eine Sache die nötige Motivation finden.

Unser Gehirn ist darauf ausgelegt, dass wir eigentlich einen ständigen Drang zum Lernen haben müssten, das sichert unser eigenes Belohnungssystem im Gehirn, welches uns süchtig nach Neuem macht.

Leider ist es aber eine Tatsache, dass vernachlässigte Kinder eine weniger gute Voraussetzung für ein optimales Gedächtnis geniessen können. Man kann also davon ausgehen, dass frühzeitiger Stress im Kindesalter gravierende Folgen für die Zukunft haben kann. Das heisst, die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Gedächtnis werden verringert.

Achtung: Auch ein solches Gedächtnis kann immer noch verbessert werden, nur ist eben die Ausgangslage nicht dieselbe wie bei einem „gesunden“ Gehirn eines Menschen, der keine gravierenden Stresszeiten im Kindesalter erleben musste.

Fazit: Stress ist ein grosser Lernkiller und muss unbedingt im Keim erstickt werden. Und allgemein solltest du entspannt und glücklich sein durch dein Leben gehen, ansonsten verlierst du „wertvolle“ synaptische Verbindungen in deinem Gedächtnis. Lasse nicht die Zellaktivität deines Gehirns einfrieren – beschäftige dein Gehirn!

Wie du den grössten Lernkiller loswirst

Was verursacht Stress? Ein Teil der Antwort ist ein Stressfaktor, auch “Stressor” genannt. Der andere Teil ist deine persönliche “Reaktionsfähigkeit auf Stress”, also dein Umgang mit Stress.

Ein Stressfaktor ist ein Impuls, der eine “Widerstand oder Flucht”-Antwort auslösen kann. Die Stressfaktoren auf welche unser Körper ursprünglich ausgerichtet war, waren Bedrohungen für unsere Sicherheit. Der Höhlenmensch der einem hungrigen Löwen gegenüberstand, musste schnell reagieren. Höhlenmenschen welche nicht schnell oder stark genug waren, um auf diese Bedrohung zu reagieren, mussten sich nicht mehr um die nächste Gefahr kümmern, denn sie wurden Futter der Löwen.

Lass dich nicht vom Löwen fressen, jeder kann mit den geeigneten Methoden seinen Stress bewältigen, oder lernen weniger krass auf den Stress zu reagieren. Hier zeige ich dir die Entspannungsübungen, die dir sehr viel Ruhe, Entspannung und Gelassenheit bringen können.

4 KOMMENTARE

  1. Super, Ruslana, kannst hier auch gerne schreiben was sonst noch aktuell für dich wäre. Vielleicht finden wir die Möglichkeit gemäss deinem Wunsch einen Artikel zu veröffentlichen…

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